Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin

Rundbrief 2008/1

Liebe Vereinsmitglieder und Freunde des Fördervereins,
sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem nun einige Monate nach unserer Jahreshaupt- versammlung vergangen sind und sich die vielen Veranstaltungen zum 60-jährigen Beginn der Luftbrücke Berlin langsam dem Ende neigen, möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich Ihnen als neuer 1. Vorsitzender unseres Fördervereins vorzustellen. Zunächst jedoch möchte ich mich bei Rainer Kruppik bedanken, der die Erinnerungsstätte gemeinsam mit Siegbert Tintemann aufgebaut hat und über viele Jahre für die Geschicke des Fördervereins als 1. Vorsitzender verantwortlich war.

Mein Name ist Paul Hicks und ich bin 47 Jahre alt. Ich bin noch aktiver Soldat der Luftwaffe, wohne in Weesen bei Hermannsburg und habe einen siebenjährigen Sohn. Ich bin im Dienstgrad Oberstabsfeldwebel und als Informations- meister bei der Technischen Schule der Luftwaffe 3 in Faßberg eingesetzt. In dieser Funktion bin ich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der TSLw 3 mit verantwortlich und stehe daher in engem Kontakt zur Gemeinde Faßberg, zu lokalen Medien, Verkehrsvereinen sowie vielen anderen Einrichtungen und Institutionen in der Region.

 

Paul Hicks, Vorsitzender

Neben meiner täglichen Arbeit gilt mein Augenmerk auch der Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg. Als Leiter der Militärgeschichtlichen Sammlung der TSLw 3 bin ich schon seit vielen Jahren in der Erinnerungsstätte involviert und hatte mit dem alten Vorstand ein überaus gutes und herzliches Verhältnis. Durch verschiedene Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Fliegerhorstes hat sich diese Zusammenarbeit über die Jahre immer weiter vertieft, so dass es nicht allzu viel Überzeugung kostete, in diesem Jahr den Vorsitz des Fördervereins zu übernehmen.

In Gegenwart des Amtschefs Luftwaffenamt, Herrn Generalmajor Winfried Gräber, der ebenfalls Mitglied unseres Fördervereins ist, wurde ich durch die Jahreshauptversammlung einstimmig am 27. März 2008 zum neuen Vorsitzenden des Fördervereins für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin e.V. gewählt.

Ich habe dieses Amt gerne angenommen, weil ich der Unterstützung des gesamten Vorstandes sicher bin und wir gemeinsam die anstehenden Aufgaben bewältigen werden. Ich appelliere aber auch an Sie, die Mitglieder unseres Fördervereins, sich unter neuer Regie weiter zu engagieren und weiter mitzumachen. Vielleicht können auch Sie den einen oder die andere überzeugen, bei uns Mitglied zu werden. Das diesjährige Jubiläum zum 60. Jahrestag des Beginns der Luftbrücke hat gezeigt, dass es meist nur eines kleinen Anstoßes bedarf, um die Erinnerungen an die Berliner Luftbrücke wach werden zu lassen und Menschen für unsere Arbeit zu begeistern.
Auf unserer neuen Homepage unter www.luftbrueckenmusem.de kann der Aufnahmeantrag heruntergeladen werden. Die neue Homepage ist wirklich gelungen und ich bedanke mich bei Herrn Heinz Kessler, der in enger Zusammenarbeit mit Gerhard Källner und Rainer Kruppik diese Homepage erstellt hat und auch weiter pflegt.

Ich weiß, dass die Fußstapfen, in die ich hineingetreten bin, mitunter eine Nummer zu groß sein können, insbesondere da Rainer Kruppik diesen Verein mit viel Herz und Engagement so viele Jahre als erster Vorsitzender geführt hat. Doch da gilt es hineinzuwachsen und ein eigenes Profil zu entwickeln. Ich bin guter Dinge und äußerst zuversichtlich, dass mir dies gelingen wird! Nicht zuletzt auch durch die enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand und mit Rainer, den die Jahreshauptversammlung einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt hat. Darüber hinaus konnte ich Rainer dazu gewinnen, als Kurator weiter für die Erinnerungsstätte tätig zu sein. Dafür danke ich Ihm sehr!!

Die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg ist mittlerweile weit über die Grenzen des Landkreises Celle, des Landes Niedersachsen, und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Alle Mitglieder und Freunde der Erinnerungsstätte haben an diesem äußerst guten und positiven Image maßgeblich mitgearbeitet. Auch die sonntägliche Aufsicht der Vereinsmitglieder und die damit verbundene freundliche Betreuung unserer Besucherinnen und Besucher hat dazu beigetragen. Ich danke allen Beteiligten für die geleistete Arbeit und werde auch an der konzeptionellen und musealen Arbeit für die Erinnerungsstätte wenig ändern.

Natürlich war die Luftbrücke nur ein Wimpernschlag in der Zeitgeschichte und es gab größere und bedeutendere Begebenheiten, die es allemal Wert sind, erwähnt zu werden. Dennoch, und da bin ich mir sicher, würden wir heute nicht in einem geeinten Deutschland mit einer freien Hauptstadt Berlin leben, wenn die Luftbrücke gescheitert wäre. Darum müssen wir froh sein, dass die Alliierten ausreichend Stehvermögen und politischen Durchhaltewillen besaßen, um dieses gigantische Unternehmen zum Erfolg zu führen. Mit der Grenzöffnung und der Aufhebung der Blockade am 12. Mai 1949 gab Stalin schließlich sein Vorhaben auf, Westberlin zu vereinnahmen und die Westalliierten aus der Stadt zu vertreiben. Die Luftbrücke war erfolgreich.
Die Faßberger, gemeinsam mit den Briten, Amerikanern und den Deutschen im Lager Trauern, hatten mit rund 540.000 Tonnen geflogener Kohle einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg der Berliner Luftbrücke. Und wenn wir einen Blick auf die Geschichte werfen und uns die Ereignisse vergegenwärtigen, war und ist der Erfolg der Luftbrücke mehr als nur ein materieller Sieg. Er war auch ein Triumph über Diktatur und Unterdrückung. Der Sieg der Luftbrücke war letztlich auch ein Sieg demokratischer Strukturen und im Nachhinein ein Garant für Stabilität, Frieden und Sicherheit in Europa bis zum heutigen Tag.

Die Luftbrücke sowie die kleinen und größeren Geschichten um die Luftbrücke selbst, finden sich in der Erinnerungsstätte wider. Es ist unsere Aufgabe als Mitglieder des Fördervereins die Geschichte, die Westalliierte und Deutsche letztlich geeint hat, für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und weiter zu transportieren.

Zum administrativen Teil:

1 - Die Mitgliederversammlung hat wie folgt über den neuen Vorstand abgestimmt:

 

und als Kurator: Rainer Kruppik

2 - Am 27. August konnten wir wieder zwei englische Veteranen der Luftbrücke zu unserer Gedenkveranstaltung willkommen heißen. Geoff Smith mit seiner Frau Doreen und Colin Cottle mit seiner Frau Josie hatten es sich wieder nicht nehmen lassen, die Reise nach Faßberg anzutreten. In diesem Jahr waren darüber hinaus gut 200 Personen anwesend, die meine erste Rede als Vorsitzender gehört haben. Bürgermeister Hans-Werner Schlitte hatte anschließend noch einige Honoratioren zu einem kleinen Empfang in das Rathaus geladen. An dieser Stelle danke ich Marina Schlitte, Karin Peters und Rosemarie Rosenkranz für die tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Empfangs.

3 - Rainer Kruppik und ich, sowie Bürgermeister Schlitte mit Gattin und die Ehepaare Rosenkranz und Peters waren Mitte Juni für eine Woche zu Gast bei der British Berlin Airlift Association (BBAA) in Peterborough, um den Beginn der Luftbrücke vor 60 Jahren zu feiern. Die BBAA hatte dazu diverse Veranstaltungen durchgeführt und viele weitere Gäste eingeladen. Ein Besuch unserer kleinen Faßberger Delegation bei der Bürgermeisterin von Peterborough sowie eine Parade durch die Stadt Peterborough waren nur einige der Höhepunkte unserer Reise.

4 - Wir stehen bereits jetzt in den Vorbereitungen zum 60-jährigen Ende der Luftbrücke im Jahr 2009 und des letzten Fluges von Faßberg nach Berlin am 27. August 2009. Dazu werden wir gemeinsam mit der Staatskanzlei des Landes Niedersachsen und der TSLw 3 eine entsprechende Veranstaltung durchführen. Näheres dazu ergeht zeitgerecht.

Bis dahin wünschen ich Ihnen alles Gute und hoffe auf eine gute Zusammenarbeit und ein reges Vereinsleben

Ihr

Paul Hicks
Vorsitzender